Tag 52
Wir stehen um 07:00 Uhr auf, erledigen die letzten Sachen, frühstücken und machen uns mit ein bisschen Verspätung auf den Weg zum Nationalpark. Beim Visitor Center holen wir die letzten Informationen ein und belegen den obligaten Verhaltens-Kurs, wie man sich auf den wilden Campings und gegenüber dem Wildlife zu verhalten hat.
Kurz darauf treffen wir beim Old Faithful Geysir ein und entscheiden gleich kurz zu warten, da der nächste Ausbruch kurz bevor steht. Das Wetter ist leider regnerisch und kalt, aber nichtsdestotrotz ist es ziemlich spektakulär mit anzuschauen, wie die Wasserfontäne mehr oder weniger pünktlich in die Höhe steigt.
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entscheiden wir uns, aufgrund Empfehlung eines Parkrangers, die mehr oder weniger vis-à-vis gelegenen Black Sand Baisins zu besuchen, welche tatsächlich interessanten, vielseitigen und -farbigen Geysire aufweisen.
Die letzte Fahrt führt uns dann zu unserem offiziellen Camping, Bridge Bay, wo wir bei kaltem und windigem Wetter die Zelte aufstellen und einrichten, noch ein paar Hamburger auf den Grill schmeissen und uns dann schon bald in die warmen Schlafsäcke einkuscheln.













Tag 53
Es war eine ziemlich kalte Nacht, denn als wir aufstehen, sind unser Zelt und Campingtisch mit einer dünnen Schnee- und Eisschicht überzogen. Die ersten Sonnenstrahlen erwärmen jedoch nicht nur unsere Gemüter sondern auch die Umgebung, so dass wir unseren warmen Kaffee und Frühstück geniessen können.
Es ist windig und regnerisch als wir bei unserem ersten Ziel, den Mud Volcanoes ankommen und uns auf den Rundweg machen. Unterwegs kommen wir noch an einem Bison vorbei, welcher sich nur ca. 5 Meter von diesem entfernt am Grasen ist; empfohlener Mindestabstand ca. 30 Meter. Wir warten ein bisschen zu und da er nicht wirklich eine Reaktion zeigt, entschliessen wir nicht umzukehren, sondern weiterzugehen. Wie erwartet, interessiert er sich überhaupt nicht für uns und wir können das imposante Tier aus nächster Nähe beim Vorbeigehen bewundern.
dem Grand Canyon ankommen und unser Auto abstellen und einen kurzen Ausflug zum Aussichtspunkt auf die Upper Falls machen.
Bei unserem zweiten Ziel, dem Grand Canyon, sind die Temperaturen in der Zwischenzeit weiter gesunken und es hat angefangen zu schneien. Wir lassen uns jedoch nicht davon abhalten und wandern auch der North Rim Entlang zu den Upper Falls, wo wir bis zu diesen heruntersteigen und sie bei Schneefall bewundern können.
Nachdem wir das Auto nach unserer Rückkehr vom Schnee befreit haben, machen wir aufgrund der Kälte und Nässe gehen beim Grand Canyon Visitor Center einen Halt und gehen was warmes trinken und picknicken auch noch was. Da der Schneefall nicht wirklich aufhört, in der Zwischenzeit etwa 5 cm Schnee gefallen sind und die Wetterprognosen nicht wirklich vielversprechend sind, entscheiden wir wieder «nach Hause» zu fahren und die heutige Nacht bei Kerry und Spencer zu verbringen anstatt die geplante Wanderung zum wilden Hayden Camp Ground vorzunehmen, schade. Hier wollen wir uns aufwärmen, trocknen und dann Morgen einen neuen Anlauf nehmen.
Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Mammoth Hot Springs, welch mit ihrer Grösse und weisser Farbe in der sonst braun-grünen Landschaft auf- und zu gefallen wissen. Last but not least tauchen wir nach dem Nationalpark auch noch in die lokalen Hotsprings von Bozeman ein, welche unsere kühlen Körper wieder auf Temperatur bringen. Zurück in Bozeman geniessen wir dann noch ein leckeres Nachtessen bei den Ale Works, wo wir uns auch wieder für was Kühles begeistern können.












Tag 54
Trocken und warm machen wir uns nach einem kräftigen Frühstück wieder auf den Weg in den Nationalpark und machen einen ersten Halt beim Wanderweg zu den versteinerten Bäumen. Trotz zweistündiger Wanderung bekommen wir jedoch keinen zu Gesicht… Gegen Mittag treffen wir dann beim Parkplatz vom Slough Creek ein, wo wir noch was kleines Essen, bevor wir uns auf den Weg zu unserem wilden Camping aufmachen. Hier wollen wir (hoffentlich) die nächsten zweit Tage verbringen.
Gemäss unserem lokalen «Guide» Spencer, ist Slough Creek ein guter Ort, Bären zu sichten, obwohl die Chancen auch hier eher klein sind. Gleich beim Trail Head wird uns dies mit einer sogar Strong Bear Warnung bestätigt und auch auf einen anscheinend aggressiven Elch aufmerksam gemacht.
Das Wetter ist sonnig und sehr angenehm und wir kommen bereits nach gut zwei Stunden auf dem schönsten Campingplatz der Welt an; wir wären wohl etwas früher angekommen, aber ein Bison hatte es sich auf unserem Wanderweg gemütlich gemacht und uns so zu einem kleinen Umweg gezwungen. Der Campingplatz liegt mitten im Tal, zwischen Bergketten und Bisons und direkt am Slough Creek und keine Menschenseele; einfach traumhaft!
Wir richten uns weitläufig ein, immer etwa 50 Meter zwischen der Kochstelle, Schlafstelle, Lagerstelle und «Toilette» und geniessen schon bald Würste mit Rösti aus der Pfanne; offenes Feuer leider nicht erlaubt. Da es auch hier mit dem Untergang der Sonne ziemlich schnell kühl wird, machen wir keine grossen Sprünge mehr und legen uns schon bald zur Ruh.











Tag 55
Es war wieder eine kühle Nacht, aber ohne Schnee, und mit den ersten Sonnenstrahlen sind die Temperaturen schon bald sehr angenehm. Noch ein heisser Kaffee und Porridge und wir machen uns auf den Weg zum Bliss Pass, wo wir auf eine tolle Aussicht auf das Tal hoffen.
Der Weg führt uns zuerst für ca. 4 km weiter das Tal hinauf, bevor er nach rechts weg- und die Höhe führt. Am Anfang nehmen wir eine Abkürzung und stossen schon bald auf einen Kadaver bzw. nur noch das frische Skelett davon, welches wohl für die Bären-Warnung am Anfang des Tales verantwortlich war. Es geht jetzt durch Büsche und Wald und aufgrund von diversen Bärenspuren (Fussabdrücke, Kratzspuren an den Bäumen und Kot) versuchen wir immer etwas zu Plaudern oder Singen.
Nachdem wir die Höhe erreicht haben, folgt der Weg dem Bergkamm, dem Parallel-Tal entlang, so dass wir leider keinen Ausblick auf unser Tal bekommen. Nichtsdestotrotz ein sehr erfüllender Ausflug, leider einfach ohne Bären. Kurz vor unserem Lager zwingen uns die Bisons wieder zu einem kleinen Umweg, welchen wir jedoch gerne in Kauf nehmen.
Mit der Sonne sinken auch die Temperaturen und wir wollen vor dem Schlafsack noch einen Whisky am Ufer geniessen; zumindest versuchen wir dies. Kaum haben wir uns gesetzt, sieht Spencer am gegenüberliegenden Hang wie sich etwas bewegt und schon kurz darauf liefert uns der Feldstecher auch schon die Bestätigung, dass es sich dabei um einen Grizzly handelt, welchen wir noch für eine ganze Weile beobachten können. Wow, was für ein Glück! Müde und zufrieden legen wir uns danach schlafen und freuen uns auf morgen.









Tag 56
Die Nacht war nicht mehr so kühl und wir machen uns gegen Mitte Morgen auf den Rückweg zum Parkplatz. Auch heute kommen uns die herumliegenden Bisons wieder relativ nahe und wir werden zu einem Umweg gezwungen. Diese beobachten uns zwar, interessieren sich ansonsten aber überhaupt nicht für uns, so dass wir schon bald wieder auf den eigentlichen Wanderweg zurückkönnen.
Plötzlich kommt ein «Stopp» von Franziska und da ich nicht gleich reagiere folgt noch ein «Bär». Und tatsächlich, kein 10 Meter vor uns, gleich neben dem Weg, bewegt sich ein Grizzly! Da er sich auf uns zu bewegt, ziehen und entsichern wir unsere Bären-Sprays und laufen langsam und uns unterhaltend leicht zurück. Aber auch der Bär interessiert sich nicht für uns, kehrt dann wieder um und bewegt sich in die gleiche Richtung wie wir. Im Gleichschritt mit dem Bären gehen auch wir wieder vorwärts, den Bären stehts im Blickfeld. Dieser folgt dem Waldrand und da sich dieser an einer Stelle relativ weit weg vom Weg befindet, wagen wir es, den Bären zu überholen und versuchen diesen abzuhängen.
Leider, oder zum Glück, gelingt uns dies nicht wirklich, und so dürfen wir die unglaubliche Erfahrung noch für einen weiteren, knappen Kilometer geniessen. Einmal wird es noch etwas kritisch, als sich wiederum auch ein paar Bisons auf unserem Wanderweg befinden und wir uns, um diesen auszuweichen, auf die Bären-Seite ausweichen müssen, Da wir in der Zwischenzeit doch bereits ein paar Meter Vorsprung haben und sich der Bär weiterhin absolut nicht für uns interessiert, gehen wir das kleine Risiko ein.
Kaum haben wir «unseren» Bären hinter uns gelassen, bekommen wir einen weiteren Grizzly zu sehen, welcher sich ein paar hundert Meter hinter uns das Tal hinauf in Richtung Wald bewegt. Last but not least, stellt sich uns, ein paar hundert Meter vor dem Parkplatz ein weiterer, junger Bison-Bulle, mitten auf dem Weg uns entgegen. Da das Gelände hier relativ steil abfällt, können wir nur ein paar Meter zur Seite ausweichen. Aber auch hier bekommen wir keine Aufmerksamkeit und nach einer kurzen Beäugung zottelt das Tier gemütlich weiter – Wow, was für ein Tag!
Da wir durch die mehrfachen Verzögerungen und Umwegen für den Rückweg gut 3 anstatt nur 2 Stunde brauchten, entscheiden wir uns, die Norris Geysir Basin nicht mehr zu besuchen und uns gleich auf den Rückweg zu machen. Unglaublich aber wahr, bekommen wir auf der Rückfahrt auch noch einen Schwarzbären zu sehen. Nicht mehr so spektakulär wie «unser» Grizzly, aber immer noch grossartig!
Zurück «zu Hause» geniessen wir nach dem Auspacken eine heisse Dusche und geniessen schon bald ein super leckeres Nachtessen, mit Fisch- und Steak-Tacos, zusammen mit den Jungs Caleb und Kieran, welche sich dieses Wochenende auch ein bisschen Zeit für uns nehmen.






